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MiLight – Die Alternative zu Philips Hue

Mein Setup – MiLight vs. Philips Hue

Wie angekündigt möchte ich hier mein erstes Projekt der Reihe vorstellen: Die Lichtsteuerung mit MiLight. Als ersten Raum habe ich hiermit das Wohnzimmer ausgestattet, da wir uns hier am meisten aufhalten und wir von einem einstellbaren Lichtambiente am Meisten profitieren. Meine gewünschten Komponenten waren die folgenden:

  • Hintergrundbeleuchtung für den Fernseher
  • Hintergrundbeleuchtung hinter der Couch
  • Wohnzimmerlampe über dem Esstisch
  • Stehlampe in einer Ecke des Raums

Damit waren auch die benötigten Komponenten klar:

  • 2 LED-Strips für den Fernseher und hinter der Couch
  • 2 gewöhnliche E27-Glübirnen für die Esstischbeleuchtung und die Stehlampe

Das System sollte möglichst flexibel und kostengünstig sein. Wir benötigen keine ausgefallenen Farbprogramme und auch keinen Disko-Modus. Für den Esstisch und auch die Hintergrundbeleuchtung war für uns ein warmweißes Licht ausreichend und bevorzugt gegenüber farbigen oder kaltweißen LED’s.

Die erste Wahl für diese Anforderungen ist nach einer kurzen Internet-Recherche definitiv das Hue-System von Philips (Amazon). Ich konnte das System bereits selbst ausprobieren und war vor allem von der einfachen Installation und den vielfältigen Möglichkeiten begeistert. Für unsere Vorgaben hatte das System allerdings einige Nachteile:

  • Der Ersteinstieg in das System ist relativ kostspielig
  • LED-Strips gab es nur in einer festen Länger von 2 Meter (Inzwischen sind allerdings bereits Verlängerungen erhältlich – Amazon – Diese sind mit 25,00 € je Meter aber ebenfalls sehr kostspielig)
  • Die LED-Strips sind nur mit RGB-LED’s und nicht mit warmweißen LED’s verfügbar

Schlussendlich habe ich mich für das MiLight-System entschieden. Dieses ist unter verschiedenen Namen (Easybulb / Limitless LED) verfügbar. Im Grunde verwenden aber alle die gleiche Technik und die gleichen Protokolle. MiLight ist eine kostengünstige Alternative zu Philips Hue und bietet flexible Einsatzmöglichkeiten. Folgende Komponenten habe ich für das beschrieben Setup im Einsatz:

  • 2x E27-Glühbirnen RGBW (Diese bieten zusätzlich zu verschiedenen Farbtönen auch ein Warmweiß) (Amazon)
  • 2x normale LED-Stripes (Bspw. diese hier: Amazon). Durch den LED Controller können beliebige LED-Strips mit Milight verbunden werden und somit sind auch Strips mit einer Länger von 5 Meter und mehr kein Problem (Amazon). Wichtig ist nur, dass bei dem LED-Strip ein Netzteil mitgeliefert wird, da dieses für den LED Controller benötigt wird.
  • Optional: Aluschine um den LED-Strip einfacher anbringen zu können und etwas hübscher aussehen zu lassen (Amazon)
  • Wifi-Controller. Dieser ist das Herzstück des Systems und übersetzt die Befehle aus der dazugehörigen Smartphone-App in Steuerbefehle für die Lampen um. Vergleichbar mit der Bridge im Philips Hue-System (Amazon)

Alles in allem bin ich mit dem System äußerst zufrieden. Inzwischen habe ich dies bereits auf weitere Räume erweitert. Ein großer Vorteil ist meines Erachtens der Preis und die große Flexibilität, insbesondere beim Einsatz von LED-Strips. Allerdings muss man auch klar sagen, dass das System mit dem Komfort und der simplen Konfiguration von Philips Hue nicht mithalten kann. Wer also bereit ist selbst etwas zu experimentieren ist mit Milight bestens bedient. Wer großen Wert auf eine selbsterklärende Einrichtung und ein perfektes Out-of-the-box Erlebnis setzt, sowie gleichzeitig bereit ist etwas tiefer in die Tasche zu greifen ist bei Hue sicherlich auch sehr gut aufgehoben.

Zum Vergleich: Mit Philips Hue hätte ich für das oben dargestellte Setup ca. 356 € ausgeben müssen. Mit MiLight habe ich das ganze für 75 € realisiert.

Aber Stop: Aufmerksame Leser werden sich folgende Frage stellen: Was ist mit Vernetzung? Wie kann MiLight mit anderen Kompenten des Smart Home vernetzt werden? Es unterstützt doch gar kein IFTTT oder Apple HomeKit? Richtig, tut es erstmal nicht. Mit ein paar kleinen Tricks und einem RaspBerry Pi kann aber auch dies schnell umgesetzt werden und MiLight in ein vollwertiges Smart Home integriert werden. Wie das funktioniert zeige ich Schritt für Schritt in meinem Artikel zu Homebridge.

Die wichtigsten Fragen zu MiLight

Um die Komponenten miteinander zu verknüpfen hier noch ein paar Grundlagen zum MiLight-System:

Ich habe vor Kurzem etwas über das System Easybulb gelesen. Ist das vergleichbar mit MiLight?

Die Systeme MiLight, Easybulb, iLight, AppLight und Limitless LED sind im Grunde alles die gleichen Systeme, welche nur unter verschiedenen Namen und Brandings vertrieben werden. Somit sind auch alle Komponenten und Apps untereinander kompatibel. Ich verwende in meinen Beiträgen repräsentativ das System MiLight. Vor Allem auf ebay tummeln sich viele verschiedene Herstellern mit unterschiedlichen Namen für das gleiche System.

Benötige ich eine separate Bridge für MiLight?

Ja. Die MiLight Wireless Bridge bildet die Grundlage des Systems. Diese übersetzt die Befehle welche sie via WLAN von den Smartphone-Apps empfängt in die entsprechenden Funkbefehle für die Lampen.

Kann ich beliebig viele Lampen mit MiLight steuern?

MiLight hat leider eine künstliche Begrenzung für die Anzahl der ansprechbaren Lampen. Grundsätzlich muss man hier zwischen rein weißen (Kaltweiß bis Warmweiß) und Farbigen (RGB und RGBW) Komponenten unterschieden. Für beide dieser Varianten ist es möglich mit einer Bridge jeweils vier Komponenten anzusprechen. Dass heißt ihr könnt ingsgesamt acht Komponenten mit einer Bridge ansprechen. Solltet ihr mehr Komponenten im Einsatz haben ist eine Erweiterung durch eine weitere Bridge aber jederzeit möglich. Der Gründe für diese Begrenzung ist mir allerdings schleierhaft.

Kann ich auch mehrere Bridges einsetzen und so die Anzahl an Lampen erhöhen?

Zwar könnt ihr theoretisch auch mehr Komponenten über eine einzige Bridge steuern, allerdings hat dies in meinen Augen einen entscheidenen Nachteil. Ihr könnt mehrere Komponenten auch zu einer Gruppe verbinden und somit auch mehr als die oben erwähnten acht Geräte steuern (theoretisch unbegrenzt). Alle Geräte einer Gruppe verhalten sich dann wie eine Lampe und können dann auch nur noch gemeinsam gesteuert werden. Dies mag für spezielle Setups (bspw. mehrere Deckenspots in einer Reihe) sinnvoll sein, nimmt euch aber ein Stück Flexibilität. Mehr als acht Gruppen sind so aber auch nicht möglich.

Benötigt die Bridge einen eigenen LAN-Anschluss?

Die Bridge benötigt keinen LAN-Anschluss und kann in 2 Modi betrieben werden. Im Client-Modus verbindet sich die App direkt mit eurem heimischen WLAN und nimmt Befehle all eurer Geräte entgegen, die sich eh schon im WLAN befinden. Im AccesPoint-Modus baut die Bridge ein eigenes WLAN auf, mit welchem ihr euch mit eurem Smartphone verbinden könnt. Dies ist sinnvoll, wenn kein vorhandenes WLAN genutzt werden kann, weil ihr das System bspw. im Garten oder der Garage einsetzen wollt.

Kann ich meinen normalen Lichtschalter weiterhin verwenden?

Euer normaler Lichtschalter funktioniert weiterhin. Durch zweimaliges Drücken eures Lichtschalter schaltet ihr die Lampe in der zuletzt gewählten Farbe und Helligkeit ein.

MiLight – Apps zur Einrichtung

Zur Einrichtung und Bedienung des Systems bieten die oben genannten Marken alle eigene Apps an. Empfehlen kann ich für die Einrichtung die Easybulb Plus App (App Store). Diese ist intuitiv und einfach zu bedienen. Die MiLight App hingegen ist leider wenig intuitiv und verwirrt mehr als weiter zu helfen. Leider habe ich die Easybulb App erst nach meiner Einrichtung entdeckt :-/ Die Easybulb App hat noch einige weitere Features, wie Music Control (Die Lampen leuchten rhytmisch zur Musik), programmierbare Timer und die Möglichkeit die Lampen auf einen Anruf reagieren zu lassen und bspw. aufblinken zu lassen. Die Komponenten von Easybulb sind etwas teurer als die identischen Komponenten von MiLight. Daher empfehle ich die Komponenten von MiLight zu kaufen und für die Einrichtung und Bedienung die Easybulb App zu nutzen.

Zusätzlich empfehle ich in jedem Fall für iOS Nutzer die App Home Remote (App Store). Zum Einen ist diese nicht nur für iPhones sondern inzwischen auch für die Apple Watch und das neue Apple TV verfügbar. Neben meiner Lieblings-Funktion, dem Steuern des Systems über Widgets in der Mitteilungszentrale, ermöglicht die App auch Sprachsteuerung und die Steuerung mehrerer Komponenten mit einem Befehl. Die Konfiguration der App kann außerdem via E-Mail oder iTunes an weitere Personen, bspw. an den Partner, übertragen werden. Da ich leider kein Android-Gerät zur Verfügung habe, kann ich keine vergleichbare App für Android empfehlen, bin mir aber sicher dass es auch hier entsprechende Apps gibt.

Alles in allem bin ich mit dem Setup sehr zufrieden. Das System ist definitiv eine günstige Alternative zum geschlossenen Philips Hue System. In meinem nächsten Beitrag möchte ich euch erläutern, wie ihr das System mit Hilfe eines Raspberry Pi mit Apple’s Homekit und dem Internetdienst IFTTT verbinden und somit mit anderen Komponenten des Smart Home vernetzten könnt.

Anbei ein kurzes Video zu den Möglichkeiten der EasyBulb App:

Und zur Einrichtung mit der Easybulb App:

 

 

Published inAllgemein

6 Comments

  1. BuRn BuRn

    Schöne Seite … Hoffe es geht bald weiter … habe hier auch 8 MiLight installiert. Die Bridge liegt noch in der Schublade, da mit die Apps bisher nicht gefallen haben. Mit Siri macht die Sache natürlich wieder mehr Spaß …

    • Hallo Burn,

      Danke! 🙂
      Ich kann dir nur wärmstens die App Home Remote empfehlen. Mit der App habe ich die wichtigsten Aktionen in der Mitteilungszentrale abgelegt und kann so jederzeit auch vom Sperrbildschirm meine Lichter schalten. Die Verbinding mit HomeKit bietet auch den Vorteil, dass die Liste der kompatiblen Apps schlagartig ansteigt. Jede HomeKit-kompatible App kann dann auch Milight steuern. Ich möchte dieses Wochenende noch einen Artikel zur Verknüpfung von MiLight mit Apple’s HomeKit mit Hilfe eines Raspberry Pi veröffentlichen.

      Bis dann und viele Grüße
      Markus

      • BuRn BuRn

        Ja, werde ich ausprobieren. Bin auch gerade dabei einen momentan projektlosen Raps mit node.js zu installieren. Freue mich auf deinen Artikel …

  2. tim tim

    Ich spiele mit dem Gedanken, wie hier beschrieben ein paar Lampen in HomeKit zu integrieren. Wenn ich mehr als 4 Zonen habe und eine weitere Bridge kaufe, wie kann ich dann folgende Lampen mit der zweiten Bridge koppeln? Wie verarbeiten die Apps (z.B. Die von Easybulb) das? Funktioniert das reibungslos oder muss ich da etwas beachten?
    Super Blog! Gruß Tim

  3. Robin Robin

    Hi,

    Ist es auch möglich mit einem Controller und Bridge ein 60watt LED Panel anzusteuern?
    Panel ist dimmbar und Kaltweiss/Warmweiss

  4. Michael Michael

    Wie soll das gehen, dass man die normalen Lichtschalter weiter benutzt ?
    Insbesondere mit dem zweimaligen drücken? Müssen dass dann Taster sein ?

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